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Fahrt nach Shanghai

Asien hat für uns in letzter Zeit eine besondere Faszination ausgelöst. Schon seit über einem Jahr arbeitet mein Bruder in Shanghai für einen großen deutschen Software- und Elektronikkonzern und ist mit der Entwicklung von neuen Handys beschäftigt. Nun wird es endlich Zeit meinen Bruder in Shanghai zu besuchen.




Sechs Wochen vorher mussten wir uns dafür impfen lassen. Da ich zusammen mit meiner Mutter vor hatte vier Wochen lang in China zu verbringen und auch wieder gesund zurückzukehren, haben wir uns gegen Hepatitis und gegen Gelbfieber impfen lassen. Obwohl es in Asien viele weitere Krankheiten gibt, schien uns das als das Notwendigste zu genügen, zumal die Impfungen insgesamt fast 600 Euro gekostet haben.
Auch sonst war Shanghai nicht gerade ein preiswertes Vergnügen, denn auch die Flüge haben um die 1200 Euro für zwei Personen gekostet. Vergleicht man Asien preismäßig mit den USA, ist es aber nicht viel teurer dorthin zu fliegen. Die Flüge kosten etwa gleich viel. In den USA sind Attraktionen, Essen, Trinken und Kleidung etwa so teuer wie bei uns, dafür braucht man sich nicht impfen zu lassen. In China zahlt man wiederum für europäische Verhältnisse lächerlich wenig für alles weitere, wie Hotel, Essen, usw. Ist man erstmal dort kann man sich fast alles leisten und man muss auf nichts verzichten.
Mein Vater ist zu hause geblieben, da er arbeiteten muss. Durch seinen Beruf ist er allerdings schön mehrmals in Asien und häufig in den USA gewesen. Für mich und meine Mutter war es nun nach einem Urlaub in New York das zweite mal, dass wir zu einem anderen Kontinent reisen. Diesmal war die Spannung allerdings noch höher, eine Kultur zu erleben, die sich in jeder Hinsicht von unserer Lebensweise unterscheidet.

Shanghai

Shanghai ©iStockphoto/SeanPavonePhoto

Der Flug dauerte insgesamt 22 anstrengende Stunden, einschließlich Zwischenlandung und zweistündigem Aufenthalt in Paris. Der Flughafen von Shanghai war, obwohl ich schon auf vielen anderen großen Flughäfen war, unglaublich gigantisch. Dass man sich kaum orientieren konnte, da man von den Menschenmassen in eine Richtung gedrückt wurde, machte die Sache nicht gerade einfach. An den meisten Schildern steht in Shanghai alles auch auf Englisch, zum Teil auch auf Französisch und Deutsch, allerdings waren auch manchmal ewig lange überhaupt keine Schilder mit lateinischen Buchstaben, oder zusätzlich viel mehr chinesische Zeichen, als englische Wörter. Auf dieses Problem stießen wir häufig. Dadurch hat man irgendwie ständig das Gefühl, dass man etwas verpasst oder in die falsche Richtung rennt.

Der Verkehr in den Straßen Chinas ist für unsere Verhältnisse auch sehr gewöhnungsbedürftig. Offiziell gibt es zwar Verkehrsregel, aber an die hält sich absolut niemand. Besonders in den kleineren Straßen gibt es ein Durcheinander aus Autos, Fußgängern, Rad- und Wagenfahrern. „Anfangs wurde ich auch ständig angefahren“ erklärte mein Bruder gleich am ersten Tag. „Der Trick ist der, dass man berechenbar sein muss. Wer vor- und zurück zuckt, in Schlängellinien läuft oder anderen permanent ausweicht, der wird schnell überrollt. Man muss einfach energisch geradeaus laufen, dann passiert einem nichts“. Ein Auto besitz mein Bruder nicht, obwohl er einen chinesischen Führerschein hat, den er für die Arbeit braucht. Taxi fahren ist in Shanghai viel billiger, als ein privates Auto. Umgerechnet 2 Euro haben wir für eine halbstündige Fahrt durch Shanghai bezahlt. Man kann hier problemlos 2 Stunden mit dem Taxi fahren und ist immer noch nicht aus Shanghai raus.

Nachdem wir uns ausgeschlafen hatten und den ersten Tag in Shanghai ruhig haben angehen lassen, sind wir am zweiten Tag in die Nanjing Lu Straße gefahren. Dies ist die größte Einkaufsstraße der Welt. Ein endlose Aneinaderreihung von Wolkenkratzern, Kaufhäusern, Restaurants und Kinos, war total beeindruckend. Besonders das Spiel der bunten Lichter war erstaunlich und fast genau so imposant wie New York und London. Was besonders in den Geschäften auffiel, war die extreme Freundlichkeit der Verkäuferinnen. Kaum dass ich mir etwas ansah, kam sofort jemand auf mich zugestürmt und hat mir alle Vorteile der Tasche, des Kulis, oder was ich mir sonst so angesehen habe. Bei den günstigen Preisen, die man ja in Europa eher gar nicht erst erwartet, macht einkaufen allerdings richtig Spaß. In den Restaurants bekommt man in dieser Einkaufsstraße auch alles auf Englisch oder Deutsch. Bier wird hier mit Eiswürfeln serviert. Chinesischen Schnaps kann man nur in der Flasche kaufen, der er so billig ist, dass man es auf Gläser gar nicht umrechnen kann.

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